Der Manavgat-Wasserfall (türkisch Manavgat Şelalesi) ist eigentlich eine breite Stromschnelle des Flusses Manavgat, etwa 3 Kilometer außerhalb der Stadt Manavgat. Von Side aus fährst du mit dem Dolmuş nach Manavgat und steigst dort in einen Minibus mit der Aufschrift „Şelale“ um. Der Eintritt kostet laut Tarif der Stadt Manavgat für 2026 60 ₺ für Erwachsene, Kinder bis 6 Jahre kommen gratis rein (Stand: September 2026). Side ist so klein, dass wir nach ein paar Tagen alle Sehenswürdigkeiten in der Umgebung abgehakt hatten: Wir waren an beiden Stränden, sind durch den Ort gebummelt und haben sogar das Museum besucht. Weil wir noch Zeit hatten, sind wir ins benachbarte Manavgat gefahren, um uns den berühmten Wasserfall anzuschauen. Er liegt ganz in der Nähe, und die Bewertungen waren gut. Ein echter Wasserfall, der von einem Berg herabstürzt, ist der Manavgat-Wasserfall nicht. Es ist eine Stromschnelle im Fluss Manavgat. Trotzdem sieht er richtig gut aus.1. Gut zu wissen
Der Wasserfall liegt nicht in der Stadt selbst, sondern etwa 3 Kilometer außerhalb. Am besten fährst du also hin, statt zu laufen.
Hier liegt der Manavgat-Wasserfall auf der Karte:
So kommst du hin:
- Bist du in Side, fährst du zuerst mit einem beliebigen Dolmuş in die Stadt Manavgat. Pass gut auf: Sobald du den künstlichen Wasserfall siehst, steigst du aus. Dort steigen auch die meisten Fahrgäste aus Side aus, du kannst die Stelle also kaum verpassen. Einen direkten Dolmuş von Side zum Wasserfall gibt es nicht.
- Von Manavgat fahren städtische Minibusse zum Wasserfall. Nimm einen mit der Aufschrift Selale, richtig geschrieben Şelale: Das ist das türkische Wort für „Wasserfall“. Eine Liniennummer haben wir nirgends gefunden, achte also auf die Aufschrift. Manchmal steht auch „Wasserfall“ dran. Frag zur Sicherheit den Fahrer oder andere Fahrgäste – ein kurzes „Şelale?“ reicht.
- Früher ging es auch mit einem organisierten Bootsausflug auf dem Fluss Manavgat: Abholung am Hotel, Transfer zum Anleger, Flussfahrt und ein Stopp am Wasserfall, alles an einem Tag. 2015 kostete das etwa 30 $. Aktuelle Preise dafür haben wir nicht.
- Kommst du aus einer anderen Richtung: Wie du von Antalya nach Side oder von Alanya nach Side kommst, haben wir separat beschrieben.
Die Minibusse fahren oft, lange warten musst du nicht. Als wir im Mai 2015 dort waren, kostete die Fahrt von Manavgat zum Wasserfall 2 Lira (Dollar und Euro wurden auch genommen, in Lira war es aber günstiger). Seitdem hat die Lira stark an Wert verloren. Laut lokaler Presse kostet der städtische Dolmuş in Manavgat seit dem 23. März 2026 42 ₺, für Studierende 20 ₺. Einen offiziellen Tarif haben wir nicht gefunden, frag also am besten beim Fahrer nach (Stand: September 2026). Bezahlt wird beim Einsteigen direkt beim Fahrer, am besten in bar, in Lira und mit kleinen Scheinen.
2015 hingen die Preise direkt im Minibus aus:

Die Fahrt dauert 10–15 Minuten über eine staubige Straße. Zu Fuß macht diese Strecke keinen Spaß: kein Gehweg, nur eine normale Landstraße und keinerlei Schatten. Selbst wenn du gern läufst, nimm für dieses Stück lieber den Minibus.
Am Wasserfall empfängt dich gleich ein kleiner Laden mit Café. Hier gibt es auch einen Parkplatz, falls du mit dem Auto (oder Roller) kommst:

Die Taxipreise lagen 2015 bei 8 Euro bis Manavgat und stolzen 15 Euro bis Side, also zehnmal so viel wie mit dem Dolmuş. Aktuelle Preise für diese Fahrten haben wir nicht gefunden, frag deshalb vor dem Einsteigen beim Fahrer nach. Dafür bringen dich die Taxis direkt vom Wasserfall aus auch nach Antalya oder sogar nach Pamukkale fahren:

Weiter geht es zur Kasse. Der Wasserfall wird kräftig vermarktet, entsprechend kostet er Eintritt:

Siehst du den Schriftzug „Selale“? Genau diese Aufschrift suchst du auch auf den Minibussen:

Der Eintritt ist übrigens günstig: 2015 haben wir 5 Lira bezahlt. Die Kassen betreibt die Stadt Manavgat. Laut ihrem Tarif für 2026 kostet das Ticket 60 ₺ für Erwachsene, für Touristen und Einheimische gleich viel. Kinder bis 6 Jahre sind frei, Schüler und Studierende in Vollzeit zahlen seit dem Tarif vom 5. Mai 2026 30 ₺. Die Museumskarte Müzekart gilt hier nicht, denn der Wasserfall gehört nicht zum Kulturministerium. Die Kassen sind von Mai bis September von 7 bis 22 Uhr geöffnet, im März, April und Oktober von 8 bis 20 Uhr und von November bis Februar von 8 bis 19 Uhr (laut Beschlüssen des Stadtrats von Manavgat, Stand: September 2026):

2. Rundgang durch den Park am Wasserfall
Den günstigen Eintritt holt man sich anders wieder: Auf dem Gelände reihen sich Läden und Cafés aneinander:

Ein Café neben dem anderen, Ruhe findest du hier ganz sicher nicht:

Offenbar hat schon mal jemand versucht, in den Wasserfall zu springen. Jedenfalls hängt jetzt ein Warnschild in allen wichtigen Sprachen:

Der Park ist nicht groß, aber für einen Spaziergang reicht es. Gegenüber der größten Stromschnelle gibt es Aussichtsplattformen auf mehreren Ebenen:

An manchen Stellen schwappt das Wasser direkt auf die Plattformen. Und es ist kalt, etwa 10 Grad. Ich würde da auf keinen Fall baden, aber viele gehen ins Wasser, um das beste Foto zu bekommen:

Was man nicht alles für ein Selfie tut 🙂

Das ganze Gelände besteht aus Cafés, kleinen Brücken und schönen Blicken auf den Fluss:

Es ist so viel Wasser und die Strömung ist so wild, dass man denkt, in ein paar Minuten steht alles unter Wasser:

Offenbar sinkt der Wasserstand ab und zu, warum sonst stünden diese Schilder mitten im Wasser?

Schau mal nach links: Unter Wasser stehen irgendwelche Mauern, alles ist überflutet:

Das ist kein Floß, sondern ein ganz normales Café. Ich würde mich dort nicht wohlfühlen, die Strömung könnte es jeden Moment wegreißen:

Links hinten das besagte Café, rechts der klassische Blick auf den Manavgat-Wasserfall:

Ins Wasser solltest du nur barfuß gehen, sonst reißt es dir die Schuhe weg. Wir haben tatsächlich fremde Badelatschen vorbeitreiben sehen:

Es ist sehr voll, und zwar nicht nur mit Touristen: Auch Einheimische kommen gern hierher. Im Minibus saß eine Türkin neben mir. Als sie hörte, dass wir zum Wasserfall wollen, schwärmte sie gleich, wie wunderbar es dort sei und wie gut es uns gefallen werde 🙂
Wie wär’s mit einem Foto mit Papagei?

Kaltes Wasser mag ich überhaupt nicht (höchstens beim Wechselduschen!). Deshalb sind wir auf die oberste Plattform gestiegen: Dort ist es trocken, und die Aussicht ist super:

Und unten werden alle nass:

Alles in allem hatten wir in 30–40 Minuten alles gesehen, und das inklusive Anstehen für Fotos.
Zurück geht es von derselben Haltestelle, nur auf der anderen Straßenseite. Hier ist sie:

Wir waren noch nicht einmal an der Haltestelle, da kam schon der Minibus. Der ganze Ausflug ging also ziemlich schnell.
3. Fazit
Ehrlich gesagt hatte ich nicht mit so vielen Leuten am Wasserfall gerechnet. Ich hatte mir ein abgelegenes Plätzchen vorgestellt, an dem man die Natur und den Wasserfall genießen kann. In Wirklichkeit ist es, wie so oft, ganz anders als auf den Bildern. Selbst für ein simples Foto mit Blick auf den Wasserfall musst du anstehen (!), so viele wollen dasselbe Motiv. Stundenlang dasitzen und die Natur genießen – daraus wird hier nichts: Neben den Menschenmassen lockt dich von allen Seiten jemand ins Café oder in den Laden und will dir etwas verkaufen. Ruhige Ecken gibt es auf dem Gelände gar nicht, deshalb waren wir auch so schnell durch.
Ob sich die Fahrt extra zum Wasserfall lohnt, weiß ich nicht. Andererseits gibt es rund um Manavgat kaum andere nennenswerte Sehenswürdigkeiten, als Abwechslung taugt er also. Fahr aber nicht nur für den Wasserfall hin (für den brauchst du fünf Minuten), sondern plane gleich ein Mittag- oder Abendessen in einem Café mit schöner Aussicht ein.
Die Natur ist schön, aber nichts, was einen umhaut. Ob du hinfährst, entscheidest du selbst.
4. Video
Damit dir die Entscheidung leichter fällt, schau dir unser Video vom Wasserfall an:
