Aktualisiert am 9. September 2026. Fotos und Eindrücke in diesem Artikel stammen von unserer eigenen Reise. Alles Praktische – Preise, Ticketwährung, Öffnungszeiten, Ruhetage, geöffnete Säle, Museumskarten und Pässe – habe ich noch einmal mit den offiziellen Quellen abgeglichen: der Museumsseite auf muze.gov.tr und der Preisliste von DÖSİM. Das Kastell St. Peter steht direkt an der Hafeneinfahrt von Bodrum, auf einer kleinen Halbinsel, und beherbergt das Museum für Unterwasserarchäologie (Bodrum Sualtı Arkeoloji Müzesi). Der Eintritt kostet für ausländische Gäste 20 Euro (Stand: September 2026), geöffnet ist täglich von 8:30 bis 18:45 Uhr, im Sommer gibt es zusätzlich eine Abendöffnung. Vom Busbahnhof Bodrum Torba Otogar fährst du mit dem Stadtbus ins Zentrum, das letzte Stück läufst du. Wichtig: Wegen Restaurierungsarbeiten sind laut offizieller Museumsseite zurzeit nur die Bereiche Uluburun und Batık geöffnet – das Uluburun-Schiff und die Halle der Schiffswracks. Ich wollte die Burg vor allem wegen des geheimnisvollen Unterwassermuseums sehen. Doch die Festung selbst war so spannend, dass wir für ihre vielen Türme, Räume, Säle und Gänge ganze drei Stunden gebraucht haben. Das ist allerdings unser Wert aus der Zeit, als die Burg komplett offen war – heute kann dein Rundgang deutlich kürzer ausfallen. Lust auf eine echte mittelalterliche Burg? Dann lies weiter!
1. Kurz zur Geschichte
Die Johanniter bauten die mächtige Festung in Bodrum lange und in Etappen – offizielle türkische Quellen nennen etwa die Jahre 1406 bis 1523. Die Jahreszahl „1437“, die durch viele Reiseführer wandert, steht eher für die Fertigstellung der ersten Mauern: Der Deutsche Turm zum Beispiel wird auf 1437–1440 datiert. Übrigens verbauten die Ritter dabei Trümmer des Mausoleums von Halikarnassos, eines der sieben Weltwunder. Mehrmals rückte das osmanische Heer gegen die Mauern vor, erstürmen konnte es die Burg aber nie.
1522 ging die Burg dann doch an die Osmanen – als Teil der Kapitulationsbedingungen für Rhodos, den Hauptstützpunkt der Ritter. Die Johanniter selbst verließen Bodrum im Januar 1523. Die Kapelle ist eine Ritterkapelle – gebaut haben sie die Johanniter. Erst nach der osmanischen Übernahme wurde sie zur Moschee umgebaut und bekam ein Minarett – so ist sie bis heute erhalten. 1895 richtete man in der Festung ein Gefängnis ein.
Nach dem Beschuss im Ersten Weltkrieg geriet das Kastell St. Peter für viele Jahre in Vergessenheit. Es war übrigens nicht nur ein einzelner Angriff: Französische und britische Schiffe feuerten vom 26. bis 28. Mai 1915 auf die Burg. Zum Museum wurde die Burg erst ein halbes Jahrhundert später: 1963 wurde die Museumsdirektion gegründet, am 6. November 1964 öffnete die erste Ausstellung. Den heutigen Namen Bodrum Sualtı Arkeoloji Müzesi – Museum für Unterwasserarchäologie Bodrum – trägt es seit 1981. Betreiber des Museums ist das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus.
Noch ein Detail, das selten erwähnt wird: Seit 2016 steht die Burg auf der vorläufigen Liste (Tentativliste) der UNESCO. Das ist nicht dasselbe wie Welterbe – beantragt ist der Status, verliehen aber noch nicht. Sätze wie „die Festung steht unter UNESCO-Schutz“ stimmen also nicht.
Uns hat beeindruckt, wie gut sie erhalten ist! Ganz anders als etwa die Festung von Alanya, von der nur die Außenmauern übrig sind. Im Kastell St. Peter gibt es unzählige Räume in bestem Zustand, in denen heute Ausstellungsstücke gezeigt werden. Hier befindet sich auch das berühmte Museum für Unterwasserarchäologie – dazu gleich mehr.
2. Praktische Infos
2.1. Wo liegt die Burg?
Die Burg liegt an der Einfahrt zum Stadthafen, auf einer kleinen Halbinsel, die ins Meer ragt. Die riesige türkische Flagge auf der Spitze der Festung siehst du von fast überall in Bodrum.
Offizielle Adresse des Eingangs: Çarşı Mah., Kale Cad. No 36, 48400 Bodrum. Telefon des Museums: +90 252 316 25 16, E-Mail: bodrumsualtiarkeolojimuzesi@kultur.gov.tr. Speicher dir beides ab: Ein Anruf am Vortag klärt alles, worüber die Websites schweigen – welche Säle genau an deinem Tag offen sind, ob die separate Kasse für die Glashalle geöffnet hat, ob du fotografieren darfst und wohin mit dem Rucksack.
Lage auf der Karte:
Blick auf die Burg vom Strand aus:

Das Kastell St. Peter liegt nicht weit vom Jachthafen. Den Eingang findest du leicht über die Schilder:
2.2. Anfahrt
- Mit dem Fernbus
Wenn du mit dem Fernbus kommst, beachte eine wichtige Änderung: Seit dem 24. Juni 2021 enden die Fernbusse nicht mehr im Zentrum, sondern am neuen Busbahnhof Bodrum Torba Otogar außerhalb der Stadt. Von dort fährt die städtische Linie MUTTAŞ 2/81 ins Zentrum: Die Strecke ist 5 km lang, Abfahrten gibt es etwa alle halbe Stunde von 07:00 bis 23:30 Uhr, nachts einmal pro Stunde. Die Fahrt kostet 28 ₺ mit der lokalen Muğla Kart und 59 ₺ mit der Einwegkarte für zwei Fahrten. Wichtig: Bargeld wird in diesen Bussen seit 2020 nicht angenommen – du brauchst eine Verkehrskarte oder eine kontaktlose Bankkarte. Einen eigenen Tarif für Bankkarten veröffentlicht der Betreiber nicht, rechne also nicht fest damit, dass genau 28 oder 59 Lira abgebucht werden. Auch eine Fahrzeit nennt der Betreiber nicht: Fünf Kilometer sind die Länge der Strecke, nicht die Dauer – und im Sommer entscheiden in Bodrum die Staus.
Aussteigen musst du an der Haltestelle Bodrum Şehir Merkezi / Merkez Garaj. Von dort sind es weniger als ein Kilometer bis zur Burg – etwa 0,73 bis 0,78 km, also zehn bis fünfzehn Minuten gemütlich durchs Zentrum, und das ist der schöne Teil des Weges. Eine einheitliche Liste der Dolmuş-Linien „aus jedem Ort bis zur Burg“ kann ich dir nicht geben: Nummern, Haltestellen und Betreiber sind in Gümbet, Bitez, Turgutreis und Yalıkavak jeweils anders. Schau dir deine Linie vor der Abfahrt lieber auf der Website von MUTTAŞ an.
- Mit dem Taxi
Aus den Urlaubsorten rund um Bodrum kommst du bequem mit dem Taxi zur Burg. Einen Preisvergleich mit dem Bus traue ich mir nicht zu: Einen gültigen offiziellen Taxitarif für Bodrum habe ich nicht gefunden. Den Preis handelst du also vor Ort aus, und zwar vor dem Einsteigen. Und denk daran: Rund um die Burg ist alles eng bebaut und auf Fußgänger ausgelegt, einen garantierten Parkplatz für Besucher am Eingang gibt es nicht. Mit dem Auto suchst du dir besser vorher irgendeinen Parkplatz im Zentrum und gehst den Rest zu Fuß.
- Zu Fuß
Egal wo in Bodrum du bist: Geh Richtung Stadthafen.
Du kommst an Souvenirläden vorbei. Gleich dahinter liegt der Eingang zur Burg:

Willkommen:

- Mit einer geführten Tour
Mit einer Gruppentour ins Kastell St. Peter siehst du nicht einmal die Hälfte dessen, was sehenswert ist! Komm lieber auf eigene Faust und nimm dir Zeit – wir haben etwa drei Stunden gebraucht, und das, als die Burg noch komplett offen war.
2.3. Öffnungszeiten
Das Wichtigste zuerst: Die Burg hat keinen Ruhetag. Beide gültigen offiziellen Museumsseiten geben an, dass sie täglich und ohne Mittagspause geöffnet ist. Das „montags geschlossen“, das immer noch durch Reiseführer geistert , kannst du vergessen. Das benachbarte Mausoleum von Halikarnassos hat dagegen tatsächlich einen Ruhetag, und zwar den Montag – verwechsle die beiden nicht, wenn du deinen Tag planst.
Tagsüber ist laut offizieller Museumsseite von 08:30 bis 18:45 Uhr geöffnet, jeden Tag. Ein unangenehmes Detail: Auf derselben Seite ist 18:45 Uhr sowohl als Schließzeit als auch als Kassenschluss angegeben. Einen Puffer, um noch in letzter Minute hineinzuhuschen, lässt die Seite also nicht.
Im Sommer kommt eine Abendöffnung hinzu. Das staatliche Programm für nächtliche Museumsbesuche „Gece Müzeciliği“ läuft 2026 vom 1. Juni bis 1. Oktober, geöffnet ist dann von 19:00 bis 22:00 Uhr. Tickets dafür werden laut Museumsseite bis 21:30 Uhr verkauft; im Programm selbst ist der Kassenschluss der örtlichen Direktion überlassen. Das ist eine eigene Öffnung, keine Verlängerung des Tagesbetriebs.
Und gleich ehrlich zu einem Widerspruch, damit du nicht hereinfällst. Das Portal Turkish Museums zeigt im Sommer einen durchgehenden Tag von 08:30 bis 22:00 Uhr, im Winter (1. Oktober bis 1. Juni) 08:30–17:30 Uhr mit Kassenschluss um 17:00 Uhr. Die Seite auf muze.gov.tr zeigt dagegen gar keine saisonalen Zeiten: Dort gilt tagsüber immer derselbe Betrieb, saisonal ist nur das Abendprogramm. Einen einheitlichen offiziellen Winterfahrplan der Burg habe ich nicht gefunden. Wenn du also nicht im Sommer fährst, prüf die Zeiten unbedingt und verlass dich blind auf keine der beiden Versionen. Am sichersten: Öffne am Tag deines Besuchs die Museumsseite.
Zum „letzten Einlass“: Eine Regel wie „Einlass endet eine Stunde vor Schließung“ steht auf keiner offiziellen Seite. Veröffentlicht ist nur der Kassenschluss, und beides darf man nicht gleichsetzen. Die praktische Konsequenz ist einfach: Plan Puffer ein und komm nicht auf den letzten Drücker.
2.4. Eintrittspreise
Zuerst ein Blick zurück, damit du siehst, wie viel sich geändert hat. Bei unserem Besuch im Jahr 2015 kostete der Eintritt in die Burg samt Unterwassermuseum 25 ₺, für 30 ₺ gab es ein Ticket, das auch das Mausoleum einschloss – das haben wir genommen. Diese Preise gibt es heute nicht mehr, und auch die Ticketstruktur ist eine andere.
Aktuelle Preise, Stand September 2026 (offizielle Museumspreisliste von DÖSİM, geprüft am 9. September 2026):
- Burg mit Museum für Unterwasserarchäologie (Bodrum Sualtı Arkeoloji Müzesi) – 20 Euro für ausländische Gäste;
- Halle des Glaswracks von Serçe Limanı – 6 Euro, das ist ein eigenes Ticket;
- Mausoleum von Halikarnassos – 3 Euro, ebenfalls separat; von der Burg sind es laut Wegbeschreibungen etwa fünfzehn Minuten zu Fuß – eine offizielle Angabe dazu gibt es nicht; und denk daran, dass das Mausoleum montags geschlossen ist;
- für türkische Staatsbürger kostet das Museum 200 ₺; ausländische Kinder unter 8 Jahren haben freien Eintritt, das Ticket für 20 Euro gilt ab acht Jahren.
Ein Kombiticket „Burg + Mausoleum“ gibt es in der aktuellen Preisliste nicht – alle drei Posten stehen einzeln. Burg und Mausoleum zahlst du heute also getrennt.
Noch ein Wort zur Währung, denn das ist weniger klar, als es scheint. Der Preis für ausländische Gäste ist in Euro angegeben, nicht in Lira – genau so ist er veröffentlicht. Wie der Kauf vor Ort abläuft – ob Euro in bar angenommen werden, ob in Lira umgerechnet wird, ob Karte und kontaktlos gehen –, ist offiziell nirgends erklärt, und ich werde mir nichts ausdenken. Bestätigt ist nur eines: Tickets kannst du vorab online auf muze.gov.tr kaufen und mit Bankkarte bezahlen. Wenn du lieber vor Ort zahlst, ruf vorher im Museum an.
Museumskarten und Pässe werden ständig verwechselt, dabei ist der Unterschied grundlegend:
- Müzekart ist eine Karte für türkische Staatsbürger und bestimmte Gruppen von Einwohnern, nicht für Touristen. Die normale Jahreskarte kostet 200 ₺ und erlaubt, ein Museum zweimal zu besuchen; die Version für ausländische Identifikationsnummern, die mit 99 beginnen, kostet 750 ₺ pro Jahr. Bei der Glashalle Serçe Limanı gibt es Durcheinander: In der Preisliste steht für Müzekart-Inhaber ein ermäßigter Preis von 100 ₺, auf der Seite der Karte selbst ist die Halle dagegen ausgenommen – das klärst du an der Kasse. Für die sommerlichen Abendöffnungen brauchen Müzekart-Inhaber mit türkischer ID ein Zusatzticket für 200 ₺.
- MuseumPass The Aegean ist dagegen tatsächlich ein Touristenpass: 95 Euro, gültig sieben Tage ab dem ersten Besuch, je ein Eintritt in mehr als 40 Museen in İzmir, Aydın, Muğla und Denizli. Das Museum in Bodrum ist dabei. Für die Abendöffnungen gilt der Pass aber nicht.
- Lohnt sich der Pass für Bodrum? Rechne selbst: Burg (20 Euro) plus Mausoleum (3 Euro) sind 23 Euro gegen 95. Der Pass rechnet sich nur, wenn du durch die Region reist und noch mehrere kostenpflichtige Museen in İzmir, Aydın, Muğla oder Denizli einplanst. Ob der MuseumPass auch die separate Halle Serçe Limanı abdeckt, steht auf der Seite des Passes nicht – das klärst du direkt an der Kasse.
Und ganz allgemein: Preise und Ticketumfang werden in der Türkei oft geändert, schau also vor der Reise noch einmal in die offizielle Preisliste. So sah der Ticketkauf bei unserem Besuch aus:

Schlange an der Kasse:
3. Rundgang durch die Burg in Bildern
Damit du dich leichter zurechtfindest, haben wir unseren Rundgang in mehrere Abschnitte aufgeteilt.
Wichtiger Hinweis vorab. Alles, was du unten siehst, ist unser Reisebericht – keine Garantie für den Rundgang von heute. Nach unserem Besuch wurde die Burg umfassend restauriert: Das Projekt wurde 2014–2016 genehmigt, die Hauptarbeiten liefen von 2017 bis 2021, der erste Abschnitt öffnete im Mai 2019, der zweite im Juni 2020. Und jetzt steht auf der offiziellen Museumsseite ein neuer Hinweis: Wegen Restaurierungsarbeiten sind nur die Bereiche Uluburun und Batık geöffnet. Den Englischen, Französischen, Italienischen, Deutschen Turm und den Schlangenturm, die Kapelle, das Verlies, den Saal der karischen Prinzessin und die Glashalle Serçe Limanı kann ich dir deshalb nicht mehr als zugänglich versprechen: Es gibt sie, aber welche Türen an einem bestimmten Tag offen sind, ist offiziell nirgends aufgelistet.
3.1. Der kostenlose Bereich vor der Burg
Ein kleiner, malerischer Bereich, in dem du ohne Ticket herumlaufen kannst:

Bei unserem Besuch gab es hier ein Café, und daneben konnte man ein paar Fotos vor alten Fundstücken machen:

Am Eingang kannst du dich mit antiken Denkmälern fotografieren:

Eine originelle Urlaubserinnerung: ein Foto in echter türkischer Tracht:

Für den Rundgang konnte man einen Audioguide leihen – 2015 kostete er 15 ₺. Den Service nennt auch die heutige offizielle Museumsseite, Sprachen, aktuellen Preis und Ausgabe veröffentlicht sie aber nicht. Frag also an der Kasse:

Das Schild zeigt: Hier ist auch das Museum für Unterwasserarchäologie untergebracht:

Ein hübscher Pfau (leider ohne Schwanz):

So sah vor vielen Jahrhunderten ein Waschbecken aus:

Und hier eine alte Toilette:

3.2. In der Burg selbst
Nach dem kostenlosen Bereich geht es durchs Drehkreuz in die Burg. Du steigst eine Treppe hinauf, von der sich ein toller Blick aufs Meer öffnet:

Jede Menge Touristen:

Wenn du dich hinter die Skulptur stellst, kannst du dich wie ein alter Römer fühlen:

Niedliche Nistkästen in den Mauern:

Das Burggelände ist sehr grün und gepflegt. Auf Schritt und Tritt stößt du auf Teile antiker Skulpturen. Hier zum Beispiel irgendjemandes Füße:

Bei unserem Besuch gab es auf dem Burggelände ein Café, in dem man etwas essen und Kaffee trinken konnte. Heute würde ich mich darauf nicht verlassen: Auf dem Portal Turkish Museums sind als Service nur Shop und Toilette angegeben. Ob das Café (und das Fotostudio mit den türkischen Trachten von oben) noch in Betrieb ist, bestätigt keine Quelle. Wasser nimmst du am besten selbst mit: Die Burg liegt offen, ist aus Stein, hat mehrere Ebenen und wenig Schatten.
Die Preise dort waren damals ganz normal, nicht abgehoben:

Eine Liste mit den Namen aller Türme der Burg. In viele davon schauen wir später noch hinein:

Schilder gibt es in der Burg viele. Zum Glück – denn verlaufen kann man sich hier im Handumdrehen:

Zwischen den Ebenen der Burg geht es über Steintreppen:

Ein ausführlicher Wegweiser (Ausstellungen, Türme, Säle und Toiletten). Noch zeigen alle Pfeile in eine Richtung – in der anderen liegt nur der Ausgang:

Wir schlendern durch die alten Gänge. Ich stelle mir vor, wie hier vor Jahrhunderten die Wachen patrouillierten:

Und hier die erste Aussichtsplattform! Kleiner Vorgriff: Davon gibt es in der Burg sehr viele:

Hübsche Kakteen:

Ein übersichtlicher Plan mit Kapellen, Türmen und anderen Sälen der Burg:

Ein Schild warnt, dass auf dem Burggelände Insekten leben:

Wunderschöne Amphoren aus verschiedenen Epochen:

Solche altägyptischen Amphoren konnte man nur zu zweit an einer Stange tragen. Auch ihre Form sieht ganz anders aus als die in dieser Gegend übliche:

Ein altes Mosaik:
3.3. Museum für Unterwasserarchäologie
Der Eingang zu einer der Ausstellungen:

Ein Schiffsmodell im Querschnitt. Im Laderaum standen Amphoren mit Wein, Trockenfrüchten und Gewürzen. Wer neugierig ist, kann sogar aufs „Deck“ steigen:

Das Deck in Originalgröße ist natürlich nachgebaut. Aber genau so (oder so ähnlich) sahen Schiffe vor vierzehn Jahrhunderten aus. Ich war hin und weg!
Es ist das byzantinische Schiff von der Insel Yassıada, datiert auf etwa 625, also ins 7. Jahrhundert. Den Fund meldete 1958 ein Schwammtaucher, ausgegraben wurde das Wrack von 1961 bis 1964 in 32 bis 39 Metern Tiefe. An Bord waren rund 900 Weinamphoren; zusammen mit ihnen wurden Geschirr, nautische Instrumente und eine alte Waage geborgen, in die der Name Georgios eingeritzt ist – Kapitän und zugleich Priester.
Und wenn wir schon in diesem Saal sind: Der zweite Star des Museums ist das Uluburun-Schiff. Es ist viel älter, etwa 1320 v. Chr., späte Bronzezeit. Auch dieses Wrack fand ein Schwammtaucher, 1982. Die Ausgrabung dauerte zehn Jahre, von 1984 bis 1994, und erforderte mehr als 22.000 Tauchgänge. Im Laderaum lag eine Fracht, die das halbe Mittelmeer verbindet: Kupfer und Zinn im Verhältnis von etwa zehn zu eins – genau das, was man für Bronze braucht –, dazu Rohstoffe und Luxusgüter. Genau diese beiden Bereiche, Uluburun und Batık, sind heute geöffnet: Kommst du mitten in der Restaurierung, siehst du genau sie.
Wir betreten den Saal mit einem rekonstruierten antiken Schiff:

Das ist das Schiff aus der Bucht Serçe Limanı – dazu und zu seiner Ladung gleich mehr. Laut offizieller Beschreibung war es etwa 16 Meter lang, 5 Meter breit und bis zu 35 Tonnen Ladung an Bord.
Glas war damals Gold wert! Die Glasstücke auf dem Foto wurden im Laderaum gefunden:

Taucher haben alles vom Meeresgrund geholt, was dieses Schiff einst transportierte. Sogar Trockenfrüchte sind erhalten! Rechts im Bild: schwarze Rosinen. Woher sie genau kamen und welche Rolle sie im damaligen Handel spielten, kann ich nicht sagen – dafür habe ich keine verlässliche Quelle. Im Gedächtnis geblieben ist mir einfach die Vitrine selbst:

Weiter geht es in den Saal mit Glasobjekten vom Meeresgrund. Dort warten spannende Stücke aus Glas: Gefäße, Schmuck, Geschirr. Alle Exponate leuchten geheimnisvoll grün, und fotografieren ist in dieser Dunkelheit ohnehin zwecklos – mir ist kein einziges brauchbares Bild gelungen.
Über diesen Saal solltest du zwei Dinge wissen. Erstens die Geschichte: Es ist die Ladung eines Schiffs, das um 1025 vor der Bucht Serçe Limanı sank. Es war von einem syrischen Hafen Richtung Schwarzes Meer unterwegs und hatte etwa drei Tonnen Glas geladen – geborgen bei Ausgrabungen von 1977 bis 1979. Zweitens, ganz praktisch: Heute ist Serçe Limanı Cam Batığı ein eigenes Ticket für 6 Euro, es ist in den 20 Euro für das Museum nicht enthalten. Bei den Museumskarten herrscht hier Chaos: In der Preisliste stehen für Müzekart-Inhaber ermäßigte 100 ₺, auf der Seite der Karte ist die Halle dagegen ausgenommen. Außerdem kann sie wegen Restaurierung geschlossen sein.
Die Ziffern 005 sind die Tracknummer im Audioguide (die passende Nummer steht am Eingang jedes Raums der Burg):
3.4. Die Türme der Burg
Als Erstes haben wir den Schlangenturm besucht. Seinen Namen hat er übrigens nicht, weil hier einst viele Schlangen lebten, sondern wegen des „Schlangen“-Ornaments an der Eingangstür.
Eingang zum Schlangenturm (auf diesem Foto sieht man das Ornament gut):

Im Turm stehen jede Menge Amphoren:

In einem anderen Raum sind wir auf eine spannende Ausstellung gestoßen: Sie zeigt anschaulich, wie viele Münzen man für verschiedene Tiere brauchte. Die untere Zeile gibt an, wie lange man arbeiten musste, um die nötige Summe zusammenzubekommen.
Laut Tafel sah das so aus: 8 Münzen sparte ein Sklave in anderthalb Jahren zusammen, 13 Münzen verdiente ein einfacher Arbeiter in zwei Monaten, 20 Münzen bekam ein Soldat als Monatssold. Diese Umrechnung gebe ich genau so wieder, wie sie im Saal stand – außerhalb der Museumstafel habe ich keine Bestätigung dafür gefunden:

Weiter geht’s.
Noch ein Wegweiser zu vier Türmen:

Hübsche rote Pfeile zeigen uns den richtigen Weg:

Solche Pfeile waren über das ganze Burggelände gemalt. Grün markierte die kurze Runde, Rot die lange. Die kurze umfasst nicht alle Türme und Säle (passt zum Beispiel für einen Besuch mit Kindern).
Reisegruppen gehen übrigens meist auch die „kurze“ Runde – ein Grund mehr, das Kastell St. Peter auf eigene Faust zu erkunden.
Die vorletzte Etage der Burg:

Wir steigen die Treppe hinunter, um zu den anderen Türmen zu kommen:

Wozu das wohl gedacht war?

Weiter zum Deutschen Turm – er wird auf etwa 1437–1440 datiert. Auf seiner Nordseite sind vier rautenförmige Figuren eingemeißelt, ganz oben ein Medaillon mit Johannes dem Täufer.
Die Beschreibung des Verlieses für Gefangene:

Wir steigen in dieses Verlies hinab. Vor vielen Jahrhunderten saßen hier Gefangene, die zu lebenslanger Haft verurteilt waren. Ein beklemmendes Gefühl … Das Foto ist mit Blitz gemacht, in Wirklichkeit sind wir in völliger Dunkelheit hinabgestiegen. Nur am Ende des Gangs flackerte etwas:

In der völligen Dunkelheit geht plötzlich das Licht an – und vor uns tauchen die Gefangenen auf, die hier einst angekettet auf die Vollstreckung ihres Urteils warteten. Man fühlt sich mittendrin – Gänsehaut pur:

Vom Deutschen Turm geht es zum Englischen Turm. Das dreistöckige Gebäude mit zwei Toren wurde 1399–1413 errichtet. Man nennt ihn auch den „Löwenturm“, wegen des Löwen im Wappen des englischen Königs Heinrich IV. an der Westfassade.
Wir gehen hinein:

Ein langer Tisch, an dem einst die Ritter tagten. An der Decke hängen Flaggen der Türkei – man sieht, wie sie sich im Lauf der Zeit verändert haben:

Ein Schiffsmodell:

Die „Evolution“ der Wappen:

Wappen des Johanniterordens aus verschiedenen Zeiten:

Eine Ausstellung zu Schiffen der Bronzezeit:

In diesem Raum läuft ein Film darüber, wie die Schiffe damals aussahen und welche Waren sie transportierten:

Diese Vase (etwa so groß wie ich) ist aus unzähligen Scherben zusammengesetzt – laut Beschriftung im Saal aus zweitausend. Nachprüfen konnte ich diese Zahl nicht, betrachte sie also als Museumslegende:

Ein Hinweis an der Wand bittet, sie lieber nicht anzufassen:

Noch eine Ausstellung mit Schiff und Ladung:

Auf diesem Foto: allerlei antike Kleinigkeiten aus gesunkenen Schiffen. Laut Beschriftung im Saal ist ein Teil des Schmucks nicht aus Elfenbein, sondern aus Nilpferdzähnen geschnitzt; ob das die Regel ist oder nur einzelne Stücke betrifft, kann ich nicht sagen. Übrigens: Nr. 8 ist ein Kosmetikdöschen:

Die Kugeln links im Bild sind Straußeneier. Dass sie als „wertvolles Geschenk“ galten, weiß ich nur von der Museumstafel, andere Belege habe ich nicht gefunden:

Die ägyptische Vitrine. Mit dem Namen Nofretete ist in diesem Museum ein goldener Skarabäus aus der Ladung des Uluburun-Schiffs verbunden – ein absolut einzigartiges Stück:

Ägyptischer Goldschmuck:

Ich wusste gar nicht, dass Oleander als giftig gilt:

Viele Exponate sind weggeschlossen:

Der Ausgang der Burg:

Gleich hinter dem Ausgang kannst du eine Galerie besuchen, in der Bilder lokaler Künstler verkauft werden. Sie liegt in einem Raum mit sehr niedriger Decke:
3.5. Ausblicke von der Burg
Das malerische Burggelände:

Blick auf Bodrum von der Aussichtsplattform:

Noch ein toller Blick auf die Stadt:

Ein Stück alte Burg, Meer, Schiffe und sattes Grün im Hintergrund:

Die Aussicht von den Plattformen der Burg ist einfach atemberaubend:

Und hier badet gerade eine Ausflugsgruppe im offenen Meer:

Blick auf den Hafen:

Schneeweiße Häuser vor Meer und Bergen:
4. Unser Fazit
Für mich sind das Kastell St. Peter und das Museum für Unterwasserarchäologie die spannendsten Orte in Bodrum – da musst du unbedingt hin! Von allen Burgen und mittelalterlichen Festungen, die wir in der Türkei gesehen haben, ist diese die größte, beeindruckendste und am besten erhaltene. Kein Vergleich mit der Burg von Marmaris oder der Festung von Alanya. Hier spürt man den Hauch der Geschichte – wer alte Gemäuer liebt, dem kann ich sie nur ans Herz legen!
Uns haben drei Stunden gereicht, und das bei komplett geöffneter Burg. Solange ein Teil der Bereiche wegen Restaurierung geschlossen ist, brauchst du heute vielleicht weniger Zeit – mit Audioguide dagegen eher mehr. An Service nennen die Museumsseiten nur Shop und Toilette; Café, Bänke und Fotostudio stammen aus unserem Bericht, versprechen kann ich sie nicht. Wasser unbedingt mitnehmen: Die Festung liegt offen, ist aus Stein, hat mehrere Ebenen und wenig Schatten, und im Sommer ist es in Bodrum heiß. Dazu rutschfeste Schuhe, denn die Treppen hier sind alt und uneben. Mit einer richtigen Mahlzeit drinnen würde ich nicht rechnen: Eine eigene veröffentlichte Regel zu Essen und Getränken in der Burg gibt es nicht, für das benachbarte Mausoleum von Halikarnassos verbietet ein staatliches Merkblatt dagegen ausdrücklich, Essen und Getränke mitzubringen. Iss also besser vorher oder nachher.
Zum Fotografieren. Ein pauschales „Fotografieren erlaubt“ für das ganze Museum gibt es nicht: Nach türkischem Reglement entscheidet die Direktion des jeweiligen Museums, was ohne gesonderte Genehmigung und unter welchen Bedingungen fotografiert werden darf. Wissenschaftliche, Lehr- und Werbeaufnahmen laufen über ein Genehmigungsverfahren. Unsere alten Fotos mit Blitz sind kein Beweis, dass Blitz heute erlaubt ist: Starkes Licht muss eigens abgestimmt werden. Achte auf die Schilder in den Sälen, frag das Personal und diskutier nicht mit dem Aufseher, wenn er dich bittet, die Kamera wegzustecken.
Und zur Drohne, denn die Burg ist das spektakulärste Motiv in Bodrum. Einfach so steigen lassen kannst du sie nicht: Die türkische Luftfahrtbehörde verlangt eine Registrierung von Pilot und Gerät ab 500 Gramm, außerhalb freigegebener Zonen brauchst du eine Fluggenehmigung, und ausländische Piloten müssen den Antrag über diplomatische Kanäle mindestens 20 Arbeitstage vorher stellen. Das Zentrum von Bodrum mit Menschenmengen, Hafen und geschütztem Denkmal ist ganz sicher keine freie Zone – auch wenn deine App grün anzeigt.
Zu Gepäck und Barrierefreiheit. Die allgemeinen Museumsregeln der Türkei sehen vor, dass Taschen am Eingang gegen eine Marke abgegeben werden können. Ob es in Bodrum tatsächlich eine Gepäckaufbewahrung gibt, ist aber nirgends bestätigt, ebenso wenig die erlaubte Rucksackgröße. Einen eigenen barrierefreien Weg – Rampen, Aufzug, barrierefreie Toilette – gibt das Museum offiziell ebenfalls nicht an. Menschen mit Behinderung und ihre Begleitperson haben freien Eintritt, doch die Burg bleibt eine mittelalterliche Festung voller Treppen. Wenn das auf dich zutrifft, ruf besser vorher im Museum an.
Bei unserem Besuch waren auf dem Gelände grüne und rote Pfeile aufgemalt – die kurze und die lange Runde –, und danach konnte man sich sehr bequem orientieren. Diese Markierung beschreibe ich aber als Erinnerung: Ob es sie heute noch gibt, steht nirgends. Folge vor Ort also den aktuellen Schildern und such nicht nach unseren Pfeilen am Boden.
Und falls das Verlies der Gefangenen offen ist: Schau unbedingt hinein – für uns war es das stärkste Erlebnis in der Burg. Wirklich „falls“: Ob einzelne Türme, der Graben und das Verlies zugänglich sind, wird offiziell nirgends veröffentlicht, und ein Teil der Burg ist gerade wegen Restaurierung geschlossen. Betrachte es also als Bonus, nicht als festen Programmpunkt.
5. Video
In der Burg haben wir für dich ein Video gedreht – so kannst du dir anschauen, wie sie aussieht:
Schreib uns in die Kommentare: Warst du schon im Kastell St. Peter, und welchen Eindruck hat es bei dir hinterlassen? Was fandest du am spannendsten? Welche mittelalterlichen Burgen hast du sonst schon besucht?

2.2. Anfahrt
3. Rundgang durch die Burg in Bildern
3.3. Museum für Unterwasserarchäologie
3.4. Die Türme der Burg
3.5. Ausblicke von der Burg
4. Unser Fazit