Der Konyaaltı-Strand in Antalya ist ein herrlicher Kiesstrand und fast sieben Kilometer lang: So viel Küstenlinie zählt die Stadtverwaltung von Antalya. Er gilt als bester Strand der Stadt, und unserer Meinung nach völlig zu Recht. Das Wichtigste vorweg: Der Strand ist kostenlos, bezahlen musst du nur Liege und Sonnenschirm, wenn du sie brauchst. Konyaaltı liegt im Westen von Antalya, 3 bis 3,7 Kilometer vom Zentrum entfernt. Am bequemsten kommst du mit der modernen Straßenbahn T3 bis zur Endhaltestelle Müze hin, die direkt am Anfang des Strandes liegt. Bargeld nehmen Busse und Bahnen in Antalya überhaupt nicht an, du brauchst die Antalyakart (Stand: September 2026). Ein Hinweis zu den Fotos: Alle Bilder in diesem Beitrag haben wir im Juni 2015 gemacht, also vor dem Umbau der Strandpromenade von Konyaaltı. Der erste Bauabschnitt wurde am 15. Juni 2018 eröffnet, der zweite am 19. März 2024. Die Straße am Ufer und die Stützmauer, die du auf den Bildern siehst, gibt es nicht mehr, und die Gebäude des alten Beach Park wurden schon am 29. Oktober 2017 abgerissen. Meer, Kies und das Taurusgebirge im Hintergrund sind dieselben geblieben, drumherum sieht es heute aber anders aus.
So sieht das Meer aus:

Konyaaltı trägt die internationale Auszeichnung „Blaue Flagge“, auch 2026. Genau genommen bekommt nicht der ganze Strand die Flagge, sondern einzelne Abschnitte. Im Register 2026 der türkischen Trägerorganisation TÜRÇEV stehen für Konyaaltı 15 solcher Abschnitte: Sahil Antalya Yaşam Parkı 1 bis 10, Konyaaltı Halk Plajı 11, 12 und 13, der Strand Sarısu und der Frauenstrand. Die Saison der Zertifizierung läuft vom 15. Mai bis zum 30. September. Für die Flagge muss ein Abschnitt strenge Standards erfüllen: Es werden keine Abwässer und Industrieabfälle ins Meer geleitet, im Badewasser dürfen keine Darmbakterien nachgewiesen werden, und es muss Trinkwasser, Mülleimer, saubere Toiletten und vieles mehr geben.
Die verdiente Auszeichnung des Konyaaltı-Strandes:

Die Blaue Flagge vergibt die Foundation for Environmental Education jeweils für ein Jahr. In der Türkei gibt es übrigens erstaunlich viele Strände damit.
1. Gut zu wissen
1.1. Wo der Strand liegt
Der Konyaaltı-Strand liegt im Westen von Antalya, 3 bis 3,7 Kilometer vom Zentrum entfernt. Die Zahl „7 km“, die durch viele Reiseführer geistert, ist meist die Länge des Strandes selbst und nicht die Entfernung nach Kaleiçi.
Der Strand auf der Karte:
1.2. Anreise
- Taxi. Taxis sind in Antalya teuer. Wenn du nur ein paar Tage in der Stadt bist, kannst du für die erste Fahrt trotzdem eins nehmen. Der Tarif gilt seit dem 23. März 2026: 40 ₺ Grundgebühr, 50 ₺ pro Kilometer, mindestens 200 ₺. Vom Flughafen nach Konyaaltı sind es etwa 19,4 Kilometer, das macht rund 1.000 ₺ (Stand: September 2026).
- Stadtbus. Die Linien 5, 36 und 61, die wir früher empfohlen haben, gibt es in Antalya nicht mehr: Im städtischen Register mit 219 Linien tauchen sie nicht auf. Heute fahren andere Busse zum Strand. KC06 (Sarısu – Güzeloba Pazar Yeri) ist der einzige normale Bus mit einer Haltestelle, die tatsächlich „KONYAALTI PLAJI“ heißt. Die 104 (Gürsu Mahallesi – Konyaaltı) fährt direkt an der Promenade entlang, aber so selten, dass du dich nicht auf sie verlassen solltest. KL08, KM61 und KC34 halten am Migros (5M Migros), von dort gehst du zu Fuß zum Wasser. Aus Lara kommst du mit der KL08 (Sarısu – Zentrum – Lara – Güzeloba); das ist die Linie, die wir früher „KL8“ genannt haben, geschrieben wird sie mit Null. Zum Frauenstrand fährt der kurze Shuttle 107 (Sarısu – Kadınlar Plajı), vom Flughafen ans Westende von Konyaaltı die 400 (Sarısu – Havalimanı).
- Straßenbahn. Die historische Straßenbahn „Nostalji“, die wir früher als besten Weg empfohlen haben, fährt zurzeit nicht. Am 23. Juni 2026 fing in einem Wagen auf der Strecke Müze – Zerdalilik die Klimaanlage Feuer, der Wagen wurde evakuiert und der Betrieb eingestellt. Anfang Juli hingen an den Haltestellen Zettel mit „Seferler geçici olarak iptal edilmiştir“ (Fahrten vorübergehend eingestellt), die Gleise waren mit Absperrungen blockiert. Später dementierte die Stadt Gerüchte, die Linie Zerdalilik – Müze werde abgebaut, und kündigte an, die Wagen von 1957 durch moderne zu ersetzen. Wann die Bahn wieder fährt, sagt sie nicht. Schau also vor Ort nach. Statt der Nostalji nimmst du die normale, moderne Straßenbahn Antray: Linie T3, Varsak – Müze, 29 Haltestellen, etwa alle 11 Minuten. Die Endhaltestelle Müze liegt direkt am Anfang des Strandes, die 15 Minuten Fußweg von früher entfallen. Vom Flughafen fährst du mit der T1A bis Batıgar und steigst an der Nachbarstation Otogar in die T3 um. Die T1A hält nicht an der Otogar und die T3 nicht an der Batıgar, das kurze Stück dazwischen gehst du zu Fuß. Das Umsteigen ist kostenlos, aber nur mit der Antalyakart. Wenn du in Kaleiçi wohnst, ist die Straßenbahn nach wie vor die bequemste Wahl.
- Zu Fuß. Vom Zentrum bis zum nächsten Ende des Strandes sind es etwa 3 bis 3,7 Kilometer, entspannt gegangen rund 40 bis 50 Minuten. Wohnst du eher im Westen von Antalya, bist du in 15 bis 20 Minuten zu Fuß am Strand.
Wichtig beim Bezahlen: Bargeld nehmen Busse und Straßenbahnen in Antalya überhaupt nicht an. Du zahlst mit der Verkehrskarte Antalyakart: Eine Fahrt kostet 42 ₺, die anonyme Karte selbst 100 ₺, und du solltest sie vorher kaufen. Ein Einzelticket „Kullan At“ kostet 46 ₺, kontaktlos mit der Bankkarte zahlst du 50 ₺. Mit beiden gibt es aber kein kostenloses Umsteigen, mit der Antalyakart ist ein Umstieg gratis (Stand: September 2026). Alles zu Bussen, Straßenbahnen und Tickets findest du in unserem Artikel über die öffentlichen Verkehrsmittel in Antalya.
2. Ein Rundgang über den Strand
Konyaaltı lässt sich grob in zwei Teile gliedern: einen gut ausgebauten und einen naturbelassenen. In beiden ist der Strand ein Kiesstrand, keine Mischung aus Sand und Kies. In den Blaue-Flagge-Steckbriefen der Abschnitte von Konyaaltı steht es genau so: „Kum: Yok, Çakıl: Var“, also kein Sand, aber Kies. Die einzige Ausnahme an der ganzen Strecke ist der Strand Sarısu, dort sind Sand und Kies angegeben. Der Sand liegt in Konyaaltı weiter landeinwärts, direkt am Wasser werden die Steine dagegen größer, einige bis zu 10 Zentimeter. Badeschuhe sind hier deshalb keine Spielerei, sondern Pflicht: Ohne sie tut es weh, ins Wasser zu gehen und auf dem heißen Kies zu stehen. Dafür ist das Wasser dank des Kieses erstaunlich sauber und klar.
Wer Sand und einen breiten, flachen Einstieg ins Meer mag, fährt lieber an den Strand von Lara im Osten von Antalya. Dort waren wir allerdings nie, weil es uns in Konyaaltı so gut gefallen hat. Der Unterschied ist auch offiziell belegt: Im Steckbrief von Lara steht „Kum: Var, Çakıl: Yok“, also Sand, aber kein Kies. Der Grund ist geologisch. In Konyaaltı mündet der kurze, kräftige Boğaçay, der hartes Gestein mitbringt, das nicht zu Sand zerrieben wird. In Lara mündet der lange, ruhige Aksu mit weicherem Gestein. Die Blaue Flagge taugt übrigens nicht als Argument für den einen oder anderen Strand: Laut Register 2026 hat Lara sie auch.
Feiner Kies:

Der naturbelassene Teil liegt näher an den Bergen. Das ist die Seite von Sarısu, dem einzigen Abschnitt von Konyaaltı, bei dem im Blaue-Flagge-Steckbrief Sand gleichrangig neben Kies steht, und hier gibt es tatsächlich mehr davon:

Der andere Teil liegt näher am Stadtzentrum und ist bei Urlaubern und Einheimischen sehr beliebt:

Bereiche mit kostenpflichtigen Liegen wechseln sich mit freien Flächen ab, und das ist bis heute so. Der Zugang zu allen städtischen Abschnitten von Konyaaltı ist kostenlos, bezahlen musst du nur die Liege:

Im Juni ist das Meer noch etwas kühl, sauber ist es hier aber immer, das Wasser ist richtig klar. Ideal für alle, die gern tauchen und weit hinausschwimmen. Pack aber eine Schwimmbrille ein, das Wasser ist ziemlich salzig.
Rettungsschwimmer sind von 9 bis 19 Uhr im Einsatz, auf den sieben Kilometern stehen 37 Rettungstürme. Nachts gibt es keine Aufsicht, obwohl auch nach Sonnenuntergang viel los ist: Nach Zählung der Stadt sind nachts etwa 8.000 Menschen am Strand von Konyaaltı. Die Promenade wird von der Polizei bestreift. Im kostenpflichtigen Bereich gibt es Wassersport. Konkrete Verleiher und Preise für 2026 konnten wir allerdings nicht bestätigen: Im offiziellen Steckbrief des Strandes steht nur, dass es Strand- und Wassersport gibt.
Du kannst zum Beispiel tauchen gehen:

Besonders breit ist der Konyaaltı-Strand nicht. Im Blaue-Flagge-Steckbrief gibt der Betreiber etwa 70 Meter an, eine einheitliche offizielle Zahl für die ganze Strecke gibt es nicht. Weil der Strand aber so lang ist, findet trotzdem jeder seinen Platz.
Im naturbelassenen Teil ist fast niemand:

Am ganzen Strand entlang zieht sich eine breite Promenade, perfekt für einen Abendspaziergang. Heute ist sie in vier Zonen aufgeteilt: Müze Meydanı mit dem Varyant, Beachpark, Olbia Meydanı und Akdeniz Bulvarı. Die Uferstraße ist verschwunden, die Mauer abgerissen. Auf unserem Foto von 2015 siehst du noch die alte Promenade vor dem Umbau:

Auf beiden Seiten des Weges wachsen niedrige Palmen:

Umkleidekabinen findest du praktisch an jeder Ecke: Die Stadt zählt in Konyaaltı rund 60 Umkleiden und 137 Duschen. Duschen, Toiletten und Umkleiden sind kostenlos, das ist in den Ausschreibungen der Stadt so festgelegt. Oft siehst du auch Holzstege, insgesamt etwa ein Kilometer. Tagsüber wird der Kies nämlich richtig heiß, und barfuß tut jeder Schritt weh.
Verleih von Strandausrüstung (auf dem Foto vom Juni 2015: 5 Lira für den Schirm und 5 für die Liege):

Heute sieht das ganz anders aus. Liege plus Schirm am städtischen Strand kosten etwa 300 ₺, fast 60-mal so viel wie 2015. In den privaten Beach Clubs von Konyaaltı verlangt man für das Set 300 bis 800 ₺, ein Doppel-Daybed kostet 1.000 bis 2.000 ₺ (Stand: September 2026). Wichtig dabei: Einen offiziellen städtischen Tarif für Liegen gibt es nicht. Wir haben die „Gelir Tarifesi 2026“ geprüft, das 46-seitige Gebührenverzeichnis der Stadt Antalya: Die Wörter „şezlong“, „şemsiye“ und sogar „plaj“ kommen darin gar nicht vor. Den Preis legt die Betreiberfirma fest, und angeschrieben ist er nur an der Kasse am Strand. Alle Zahlen aus dem Internet, auch unsere, zeigen also nur die Größenordnung, sie sind keine Preisliste. Frag vor Ort nach. Wenn du länger bleibst, ist ein eigener Schirm viel günstiger: Eigene Schirme und Stühle darfst du am Strand aufstellen, verbieten kann dir das niemand. 2015 hat so ein Schirm 12 Lira gekostet:

Viele Urlauber bringen ihre eigene Ausrüstung mit:

Die ganze Infrastruktur, also Cafés, Duschen und Toiletten, liegt am Strand entlang:

So sehen die kostenpflichtigen Liegen aus, dazwischen führt bequem ein Weg hindurch:

Und so das komplette Set aus Liege und Schirm:

Ausziehen musst du dich am Strand übrigens nicht, viele Einheimische bleiben ohnehin lieber angezogen:

Dieser Abschnitt liegt den Bergen am nächsten. Hierher sind wir von unserer Wohnung in Antalya zu Fuß gegangen:

Und das war der Strandabschnitt, der uns am nächsten lag:

Das Ende des Strandes. Wenn du hier nach oben gehst, erreichst du zu Fuß das Archäologische Museum von Antalya. Hier beginnt das Zentrum, und der Stadtteil Konyaaltı ist zu Ende:

3. Fazit
Eine Regel solltest du vor der Reise kennen und nicht erst von der Polizei erfahren: Seit dem 3. Juni 2026 ist das Rauchen am Strand verboten, so steht es in der Anordnung „Dumansız Plaj“ („Rauchfreier Strand“) des Gouverneurs von Antalya. Das Verbot gilt bereits im Bereich des früheren Beach Park (die Anlage ist abgerissen, der Name ist dem Promenadenabschnitt geblieben) und am Varyant, an den EKDAĞ-Stränden am Boğaçay und am Strand ANET im Viertel Liman. Ausgeweitet werden soll es auf die ganze Strecke von Konyaaltı. Wer trotzdem raucht, zahlt ein Bußgeld. Der Grund ist an einem Kiesstrand offensichtlich: Kippen lassen sich aus dem Kies kaum wieder herausholen.
Unser Urteil: Konyaaltı ist einer der besten Strände der Türkei, was Sauberkeit, Lage, Infrastruktur und Platz am Strand angeht. Die Blaue Lagune von Ölüdeniz ist natürlich viel schöner, aber der Einstieg ins Wasser ist dort ausgesprochen unbequem.
Der Konyaaltı-Strand ist riesig: An einem Tag läufst du ihn kaum komplett ab, wenn du es nicht gezielt vorhast. Dank des Kieses ist das Wasser kristallklar. Liegen gibt es aber längst nicht überall, der Strand passt also eher zu dir, wenn du auch ohne Liege gut auskommst.
Der Einstieg ins Meer ist zwar sanft, aber es wird fast sofort tief. Einen flachen Planschbereich gibt es nicht. Für Kinder und Nichtschwimmer ist hier also kaum Platz zum Toben im seichten Wasser. Wir hätten ein Video drehen sollen, wie schnell es hier tief wird.
Der lebhafteste Teil des Strandes mit Freizeitangeboten, Cafés und Liegen liegt in der Nähe des Atatürk-Parks, näher am Zentrum. Uns gefällt aber ein ruhiges Plätzchen im naturbelassenen Teil besser. Und noch etwas, wonach oft gefragt wird: Die Seilbahn Tünektepe am Westende von Konyaaltı ist außer Betrieb. Am 12. April 2024 stürzte dort ein Mast ein und traf eine Kabine, ein Mensch starb, sieben weitere wurden verletzt. Der Betreiber schreibt auf seiner Website ausdrücklich „Teleferik Kapalı“, Tickets werden nicht verkauft, und von einer Wiedereröffnung ist frühestens 2027 die Rede, ein konkretes Datum gibt es nicht. Dollarpreise „für 2026“, die noch durch Blogs geistern, sind alte Preislisten von Reiseveranstaltern: Verkauft wird derzeit nichts.
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Und welche Strände an der Küste von Antalya magst du am liebsten? Schreib es uns in die Kommentare!
