Kayaköy ist ein verlassenes griechisches Dorf am Hang zwischen Fethiye und Ölüdeniz, etwa 8 km von Fethiye entfernt. Heute ist es ein Freilichtmuseum: Hunderte Steinhäuser ohne Dächer, zwei große Kirchen, Gassen voller Gras. Der Eintritt kostet für ausländische Gäste 3 Euro, Kinder unter 8 Jahren sind frei (Stand: September 2026). Hin kommst du am einfachsten mit dem Dolmuş (Linie 3-44 „Fethiye – Kayaköy“) vom Dolmuş-Bahnhof in Fethiye, die Fahrt kostet 89 Lira mit der Verkehrskarte. Ein Taxi aus Fethiye liegt bei rund 550 Lira. Wir haben das Dorf nach unserem Stadtbummel durch Fethiye besucht – ohne Vorbereitung, einfach weil es auf der Karte auftauchte und wir sehen wollten, was es mit diesem „Geisterdorf“ auf sich hat. Wir haben alle Angaben im September 2026 anhand offizieller Quellen des türkischen Kulturministeriums und des Verkehrsbetriebs geprüft. Das Ticket wird inzwischen in Euro berechnet: 3 € für Ausländer statt früher 5 Lira, Kinder unter 8 Jahren frei. Kayaköy ist im MuseumPass Ege (95 €) enthalten – der MuseumPass Akdeniz gilt hier dagegen nicht, weil die Provinz Muğla nicht dazugehört. Der Dolmuş fährt als Linie 3-44 nach veröffentlichtem Fahrplan und kostet 89 Lira statt 5, ein Taxi aus Fethiye rund 550 Lira. Bei den Öffnungszeiten widersprechen sich die Quellen: Das Ministerium nennt 20:00 Uhr als Schließzeit, die Museumsseite 08:30–19:30 Uhr. Vorweg: Das Dorf – oder besser das, was davon übrig ist – hat uns stark beeindruckt. Wir wollten danach genauer wissen, wann es gebaut wurde und warum alle Bewohner verschwunden sind. Das haben wir herausgefunden. Gegründet hat den Ort eine griechische Gemeinde in spätosmanischer Zeit – die Ruinen sind also längst nicht so alt, wie sie auf den ersten Blick wirken. Damals hieß das Dorf Lebessos, später Livissi (auch Levissi). Manche Historiker vermuten an dieser Stelle die antike lykische Stadt Karmylassos. Dass die Geschichte des Ortes bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht, ist allerdings nur eine sprachwissenschaftliche Hypothese: Funde, die älter sind als das 4. Jahrhundert v. Chr., gibt es hier bisher nicht. Livissi war ein richtiges Städtchen mit Schule, Apotheken, Kirchen und Post. Laut der offiziellen Beschreibung des Museums stehen heute noch 350 bis 400 Wohnhäuser, meist zweistöckig und nicht größer als 50 Quadratmeter, dazu viele Kapellen, zwei große Kirchen, eine Schule und ein Zollhaus. Die untere Kirche heißt Panagia Pyrgiotissa, die obere Taxiarchis. Die untere ist besser erhalten, weil sie bis in die 1960er-Jahre als Moschee genutzt wurde. Warum steht Kayaköy heute leer? Die griechisch-orthodoxen Bewohner von Livissi verließen die Gegend in den Umbrüchen der Jahre 1922 bis 1924. Die Konvention von Lausanne vom 30. Januar 1923 legte den Zwangsaustausch der Bevölkerung zwischen Griechenland und der Türkei dann rechtlich fest. Eine einmalige Vertreibung direkt nach der Unterzeichnung gab es also nicht – es war ein langer und viel schmerzhafterer Prozess. Obwohl Türken und Griechen hier jahrhundertelang friedlich zusammengelebt hatten, mussten die Griechen gehen, und das Dorf blieb leer zurück. Neu besiedelt wurde es nie, die Häuser verfielen nach und nach. Am 25. April 1957 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region Fethiye. Die ohnehin verlassenen Häuser wurden dabei zusätzlich beschädigt. Deshalb wirkt Kayaköy heute eher wie eine mittelalterliche Ruinenstadt als wie ein Dorf, das vor gut hundert Jahren noch bewohnt war. Kayaköy steht unter Denkmalschutz und ist heute ein Freilichtmuseum. Bei unserem Besuch war das Dorf im Sommer von 9:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Im September 2026 widersprechen sich die offiziellen Quellen: Laut Saisonverordnung des Ministeriums (1. Mai bis 1. Oktober) schließt Kayaköy um 20:00 Uhr, laut der Seite des Museums selbst ist im Sommer von 08:30 bis 19:30 Uhr und im Winter bis 17:30 Uhr geöffnet. Wir entscheiden das nicht für dich: Komm lieber früher, und wenn du extra hinfährst, ruf vorher bei der Museumsdirektion Fethiye an: +90 252 614-11-50. Noch ein Detail von der Museumsseite: Geöffnet wird um 08:30 Uhr, nicht um 9:00 Uhr. Damals kostete das Ticket 5 Lira, bezahlt wurde an der Kasse am Eingang. Heute ist der Preis in Euro angegeben: Ausländer zahlen 3 Euro, Kinder unter 8 Jahren sind frei (Stand: September 2026). Für türkische Staatsbürger gilt ein eigener Tarif in Lira. Die aktuellen Angaben findest du auf der offiziellen Seite des Museums. Gut zu wissen: Kayaköy ist im MuseumPass Ege enthalten. Er kostet 95 Euro, gilt 7 Tage ab dem ersten Eintritt und erlaubt je einen Besuch pro Sehenswürdigkeit der Region. Der MuseumPass Akdeniz gilt hier nicht: Die Provinz Muğla gehört nicht dazu, nur Antalya, Mersin, Adana und Denizli. Viele kaufen deshalb die falsche Karte. Die Kasse am Eingang zum Dorf: Kayaköy liegt zwischen Fethiye und Ölüdeniz, rund 8 km von Fethiye entfernt. Hier auf der Karte: Am einfachsten fährst du vom Dolmuş-Bahnhof in Fethiye (Fethiye Köyler Garajı) los. Er liegt hier: Von hier fahren auch die Dolmuşe zum Strand Çalış und nach Ölüdeniz. Für Kayaköy steigst du in einen Minibus mit der Aufschrift Kayaköy oder Kaya. Wir haben damals 20 bis 30 Minuten gewartet und 5 Lira bezahlt. Der Dolmuş fährt entweder direkt oder über Hisarönü – unserer nahm den Weg über Hisarönü. Heute ist alles klarer geregelt, aber auch teurer. Die Linie heißt 3-44 „Fethiye – Kayaköy“ und hat einen veröffentlichten Fahrplan: Werktags fahren die Busse ab Fethiye von 06:45 bis 21:00 Uhr, zurück ab Kayaköy von 07:15 bis 22:00 Uhr, im Abstand von einer halben bis einer Stunde. Am Wochenende etwa einmal pro Stunde. Daneben gibt es werktags die seltenere Linie 3-4 mit nur vier Fahrten am Tag. Mit der örtlichen Verkehrskarte kostet die Fahrt 89 Lira für Erwachsene und 50 Lira für Studierende, eine Papierkarte für zwei Fahrten 115 Lira. Im Bus kannst du auch mit Bankkarte zahlen. Rechne mit etwa 20 bis 30 Minuten Fahrt ohne Stau. Aus Ölüdeniz gibt es keine direkte Verbindung: Du nimmst die Linie 3-40 bis Hisarönü oder Ovacık und steigst dort in die 3-44 um. Jeder Abschnitt kostet 56 Lira, zusammen also etwa 112 Lira. Das Schmetterlingstal erreichst du übrigens nur per Boot ab Ölüdeniz – plan es besser als eigenen Tag ein. Mit dem Taxi zahlst du ab Fethiye rund 550 Lira: Seit Februar 2026 gelten in der Stadt 150 Lira Grundgebühr plus 50 Lira pro Kilometer, mindestens 250 Lira. Bestehe darauf, dass das Taxameter läuft. Die richtige Haltestelle kannst du kaum verpassen – die verlassenen Häuser siehst du schon von Weitem: Der Dolmuş hält direkt gegenüber dem Eingang, und der Fahrer sagt dir Bescheid, wenn du angekommen bist. Am Eingang zeigen Schilder, was wo im Dorf liegt: Zuerst brauchst du aber ein Ticket. Die Kasse ist ein kleines Holzhäuschen: Hier hängt auch eine Karte von Kayaköy und Umgebung mit Wanderwegen. Wichtig für 2026: Vom 1. Juni bis 31. Oktober 2026 ist das Betreten der Wälder zwischen Kayaköy und Ölüdeniz ohne Genehmigung verboten (Waldbrandschutz). Das Museum selbst ist geöffnet, aber bevor du auf den Bergpfad nach Ölüdeniz gehst, frag bei der Forstverwaltung Fethiye nach: +90 252 614-10-86. Wir kamen erst gegen Abend an und haben uns deshalb nur das Dorf selbst angesehen. Weil Kayaköy heute vor allem ein Touristenziel ist, gibt es am Eingang Souvenirs aller Art: Und jetzt gehen wir gemeinsam durch die Gassen. Der Eingang nach Kayaköy: So sehen alle Wege und Gassen aus: Bleib auf dem Rundweg, er ist mit Markierungen an den Hauswänden gekennzeichnet. Die Höfe der beiden großen Kirchen sind offiziell gesperrt, die Wege am Hang sind steinig – nimm Schuhe mit rutschfester Sohle, geh nicht in baufällige Häuser, klettere nicht auf Mauern und behalte Kinder immer im Blick. In kaum einem Gebäude ist mehr übrig als die Mauern: Auf einer Gasse des verlassenen Dorfes: Typisch für Kayaköy: Alle Häuser stehen am Berghang. So bauten nur die Griechen, die Türken siedelten lieber in der Ebene: Das Dorf ist riesig, eigentlich war es eine ganze Stadt: Viele Gassen sind einfach zugewachsen: Eines der am besten erhaltenen Gebäude ist eine Kirche: Bei unserem Besuch war sie wegen Restaurierung geschlossen. Offiziell sind die Höfe der beiden großen Kirchen seit 2013 gesperrt – bis zum Abschluss der Arbeiten: Blick über das Dorf, irgendwo hinter den Bergen liegt das Meer: Mehr ist von diesem Haus nicht geblieben: Hinter jeder Ecke tauchen neue Häuser auf: Noch eine Kirche – hier ist sogar das Dach erhalten: In manchen Häusern stehen noch erstaunlich gerade Wände: Die Abendsonne färbt die Häuser rot: In den Ruinen des verlassenen Dorfes: Hier sieht man vor lauter Gras kaum noch eine Gasse: Und hier sind die Gassen so eng und uneben, als stammten sie aus dem Mittelalter: Eigentlich wollten wir nur ein kleines Stück des Dorfes ansehen – und standen plötzlich fast auf der anderen Seite. Siehst du links im Bild das Gebäude mit den Bögen? Das ist die gesperrte Kirche: Inzwischen sind wir ganz nach oben gestiegen, hinter diesem Baum sieht man schon das Meer: Und da ist es, das Meer: Ein Blick zurück: Von hier liegt fast das ganze Dorf vor dir: Am höchsten Punkt des Dorfes steht ein kleines Häuschen, dahinter nur noch Berge und Meer: Ein großartiger Ausblick: Die leeren Fensterhöhlen der verlassenen Häuser: Wir waren etwa anderthalb Stunden in Kayaköy unterwegs und haben in dieser Zeit fast das ganze Dorf durchquert – vom Eingang bis zum höchsten Punkt. Wie voll es tagsüber ist, wissen wir nicht, aber gegen Abend war kaum noch jemand da, und das war schon ein bisschen unheimlich. Es ist seltsam, durch einen Ort zu gehen, an dem früher das Leben pulsierte und von dem heute nur stumme Steine übrig sind. In der Dämmerung möchte ich dort jedenfalls nicht sein. Trotzdem hat uns Kayaköy nachhaltig beeindruckt – in einem so großen verlassenen Dorf waren wir vorher noch nie. Mit Kindern würden wir nicht unbedingt hinfahren, und wer echte antike Bauwerke sucht, wird hier enttäuscht: Der Ort ist stark zerstört, wirklich alte Funde gibt es nicht. Die Atmosphäre aber ist einzigartig. Wenn du noch nie in einer Geisterstadt warst, fahr unbedingt hin. Und steig bis ganz nach oben – der Blick über das Tal und die Küste lohnt sich. Wenn du Kayaköy fast live erleben willst, schau dir unser Video an – wir hoffen, es fängt die Stimmung ein: Warst du schon in Kayaköy? Wie hat es dir gefallen? Welche Geisterstädte kennst du noch – und wohin sollten wir als Nächstes fahren? Schreib es uns in die Kommentare!1. Kurzer Blick in die Geschichte
2. Praktische Infos
2.1. Öffnungszeiten
2.2. Eintritt

2.3. Lage und Anfahrt





3. Rundgang durch das Geisterdorf

























4. Fazit und Eindrücke
5. Video
Geisterdorf Kayaköy bei Fethiye: Geschichte, Eintritt, Anfahrt und Rundgang
Stand: September 2026
